Geschichte & Gebäude

Hervorgegangen aus der St. Michaelis-Gemeinde und dem Luther-Verein, die seit den Anfängen des 20. Jahrhunderts in dem immer weiter wachsenden Stadtteil aktiv waren, ist unsere Gemeinde seit den 1950er Jahren mittendrin in Findorff.

Bereits vor dem 2. Weltkrieg beschloss die Bremische Evangelische Kirche (BEK) mit der Festlegung neuer Kirchspielgrenzen in Findorff eine eigene Gemeinde zu gründen und eine neue Kirche zu bauen. Das NS-Regime und der 2. Weltkrieg verhinderten aber eine Umsetzung der Pläne. Auch in den Nachkriegsjahren waren daher die St. Michaelis-Gemeinde und die Luther-Gemeinde zunächst als eigenständige Gemeinden im Stadtteil tätig. Als Kirchraum diente die stark zerstörte Kapelle der Luther-Gemeinde an der Münchener Straße/Ecke Landshuter Straße, die notdürftig wieder aufgebaut wurde. (Heute steht hier ein Wohnhaus, welches die Gemeinde an die Innere Mission verpachtet hat.)

Da die Gemeinde ab stetig wuchs, war alsbald ein größerer Kirchraum notwendig. Nach Entwürfen des Architekten Friedrich Schumacher wurde daher auf Bestreben der BEK und des Bürgerverein Findorffs – die Luther-Gemeinde hätte gern ihre Kapelle ausgebaut – auf dem heutigen Standort zwischen Hemmstraße, Eickedorfer Straße und Neukirchstraße neu gebaut. Im Advent 1954 wurde das Gemeindehaus von der mittlerweile vereinten Michaelis-Luther-Gemeinde eingeweiht. Bis zur Fertigstellung des Martin-Luther-Kirche diente dieser als Kirchsaal. Zum Ensemble gehören auch zwei Wohnhäuser, die als Dienstwohnung für die Pastoren gedacht waren, sowie der Kindergarten. Neben dem Gemeindesaal gab es im Gemeindehaus auch mehrere Gruppenräume. Ende der 1990er Jahre wurde das Gemeindezentrum umfangreich modernisiert. Die Pastorenhäuser wurden in eine Wohnung für den Küster und Hausmeister sowie Büro- und Besprechungsräume umgewandelt. Das Erdgeschoss wurde durch ein helles und großzügiges Foyer aufgewertet. Das Gebäude der Kindertageseinrichtung wurde 2007 teils abgerissen und umgebaut und an den wachsenden Ansprüchen heutiger Kinderbetreuung angepasst.

Nach einer Bauzeit von nur 15 Monaten konnte 1961 die weithin sichtbare Martin-Luther-Kirche eingeweiht werden. Sie ist der größte Kirchenneubau in Bremen nach dem 2. Weltkrieg. Mit einer Länge von 35 m innen (45 m außen), Breite von 24 m innen (25 m außen) und Höhe des Kirchenschiffs von 14 m innen (23 m außen) bietet die schlichte, aber imposante Kirche rund 750 Personen Platz. Blickfang des hellen Kirchenraums sind die Fenster im Altarraum sowie an den Seiten. Der Kirchturm mit seinen 34 m Höhe beherbergt heute die Begegnungsstätte und Übungsräume für unsere Chöre. 2003 wurde der Eingangsbereich der Kirche, die Kapelle, offener gestaltet. Die Kirche verfügt über zwei Orgeln, die beide 1962 von der Firma Rudolph Beckerath (Hamburg) gebaut wurden. Die große Orgel auf der Empore verfügt über drei Manuale und Pedal, auf die sich 41 klingende Register mit etwa 2800 Pfeifen verteilen. Die kleine Orgel im Altarbereich verfügt über ein Manual mit angehängtem Pedal.

Seit Anfang 2020 stehen Kirche und Gemeindezentrum unter Denkmalschutz.

Mehr über unsere Gebäude und die Geschichte unserer Gemeinde erfahren Sie in unserem Wegweiser „Unsere Kirche“. Haben Sie Fragen oder möchten die Kirche einmal besichtigen? Unser Gemeindebüro hilft Ihnen gern.